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Jakobsweg in Spanien

Als Jakobsweg wird der Pilgerweg zum Grab des heiligen Jakobus in Santiago de Compostela bezeichnet. Der “Camino Francés” in Nordspanien entstand im 11. Jahrhundert und zählt als spanischer Hauptweg seit 1993 zum Welterbe der UNESCO. Die Strecke ist mit gelben Pfeilen und den symbolischen Jakobsmuscheln markiert und wird von zahlreichen Kirchen und Klöstern gesäumt. Jährlich begeben sich etwa 100 000 Pilger aus aller Welt auf den historischen Kulturweg.

Der Jakobsweg gilt als gepilgert, wenn man mindestens die letzten 100 Kilometer Wegstrecke zu Fuß oder die letzten 200 Kilometer per Rad oder zu Pferd zurück gelegt hat. Als Nachweis dienen Stempel, welche an einzelnen Stationen entlang des Weges ausgegeben werden und zur Benutzung der sich meist in historischen Klosteranlagen befindlichen Herbergen berechtigen. Am Zielort erhält jeder Pilger eine Compostela genannte und in Latein abgefasste Urkunde. Auf den Jakobsweg begeben sich nicht nur Pilger in christlicher Mission. Der Weg führt Menschen verschiedenster Kulturen zusammen und bietet auch Wanderern und Individualreisenden die Möglichkeit der Ruhe und Einkehr. Die 800 Kilometer lange Strecke lässt sich in etwa 35 Tagesetappen bewältigen. Man durchquert dabei die Hügelketten der Pyrenäen, das Weingebiet Roja sowie die historischen Landschaften Kastilien und Galicien.

Den Ausgangspunkt für die Begehung des Jakobsweges bildet die französische Gemeinde Saint Jean Pied de Port, unmittelbar an der Grenze zu Spanien. Hier erhält jeder Pilger seinen Pass und die als Erkennungszeichen dienende Jakobsmuschel. Die erste Etappe umfasst 27 Kilometer und schließt die Überquerung des Cica-Passes in den Pyrenäen ein. In Rouces-Valles befindet sich in einem Querbau des Klosters die erste Herbergsstation.

Jakobsweg

Jakobsweg @iStockphoto/Markus Thomas Lienbacher

Die erste bedeutende Stadt am Jakobsweg ist Pamplona, die Hauptstadt der Region Navarra. In der Kathedrale Santa Maria la Real verdienen besonders der Kreuzgang aus dem 14. Jahrhundert und das Grab Karl III. Beachtung. Nach weiteren 25 Kilometern erreicht man Puerto de la Reina. In der Stadt beeindrucken hübsche Bürgerhäuser und die Kirche des einstigen Templerordens aus dem 14. Jahrhundert.

Mittelpunkt der Kleinstadt Estella ist der Palast der Könige, der einzige erhaltenen Profanbau der Romanik in der Region. Bedeutendes Gotteshaus ist die Kirche Sankt Peter vom Wege aus dem 13. Jahrhundert. Wer den Jakobsweg im September geht, kann in Estella eine Festwoche der alten Musik miterleben. Der weitere Weg führt durch das Weingebiet Rioja über den Stausee von Viana nach Logrono und Najera. In der Kathedrale Santo Domingo de la Galzada wird seit 500 Jahren ein Hahn in einem goldenen Käfig gehalten. Sein Krähen deutet der Sage nach auf einen positiven Verlauf der Pilgerreise hin.

Zu den schönsten Städten am Jakobsweg zählt León. Das historische Stadtbild prägen Arkadengänge Brunnen und gemütliche Cafés. Die Kathedrale Santa Maria de Regla fasziniert durch das Lichtspiel ihrer Glasfenster. Am Cruz de Ferro hinterlassen Pilger symbolisch für ihre Sünden einen aus der Heimat mitgebrachten Stein. Über San Palo und Vilamaior wandert man weiter zum Monte do Gozo, wo sich ein herrlicher Ausblick auf Santiago de Compostella bietet. Seit dem 9. Jahrhundert ist die Hauptstadt Galiciens Wallfahrtsort. Am Reliquienschrein des heiligen Jakobus endet für die Pilger eine erlebnisreiche und unvergessliche Wallfahrt.