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Puerto de Mogán

Puerto de Mogán ist ein Ort im Südwesten Gran Canarias, der sich von einem einfachen Fischerort zu einem wahren Tourismusmagneten entwickelt hat. 1983 – 1988 wurde das moderne Puerto de Mogán nach Entwürfen von Raphael Neville entworfen. Auf Grund der Vielzahl der Kanäle, die vom Hafen in den Ort führen und den engen Gässchen wird Puerto de Mogán mit den Beinamen „Venedig des Südens“ oder „Klein Venedig“ geschmückt. Der Ort besitzt einen Platz mit steinernen Bänken und einer sitzenden Skulptur eines Herrn, der zu Lebzeiten ein Obstverkäufer war und dem die Bewohner, wahrscheinlich weil sie ihn sehr mochten, ein Denkmal widmeten. Der Hafen ist der zentrale Punkt, außerdem gibt es eine Bootsreparaturwerft, die sehr gerne von Bootsbesitzern verwendet wird, um ihr Boot wieder auf Vordermann zu bringen. Die Distanz zur Hauptstadt beträgt 93 Kilometer und Puerto de Mogán ist mit 172,44 Quadratkilometern die zweitgrößte Gemeinde auf Gran Canaria. Obwohl es Spitzen wie den Montana de Sandara gibt, der in 1583 Meter hinauf ragt, befindet sich der Ort nur 22 Meter über den Meeresspiegel. Das steinige Fundament der Siedlung bildet ein früheres Vulkanland mit Basaltgestein. Aufgrund der einzigartigen Lage und der Schönheit der Landschaft zieht Puerto de Mogán magisch Urlauber an, die sich eine Auszeit gönnen wollen und aus der Schönheit der Landschaft Energie und Kraft schöpfen wollen.

Klima und Wetter in Puerto de Mogán

Das trockene Klima wird bestimmt von sehr viel Sonnenschein und wenig Regen, so dass die Weltgesundheitsorganisation dieses Gebiet als ideales Refugium für die Erholung rheumakranker Patienten definiert hat.
Im Winter lassen sich beachtliche Bäche und beeindruckende Wasserfälle finden.

Anreise nach Puerto de Mogán

Um von Las Palmas nach Puerto de Mogán zu kommen, nimmt man die Autobahn, die der Küste entlang nach Arguinegin führt. Eine kurvenreiche Landstraße bringt einen dann in das Ortszentrum. In ungefähr 85 Minuten ist man am Ziel.
Erfolgt die Anreise öffentlich, nimmt man am besten den Bus der Linie 91 am Busbahnhof in Las Palmas (Estacion de Guagas) , der stündlich zum Playa del Cura unterwegs ist. Die Dauer beträgt 50 Minuten. Busse der Linien 32 oder 01 fahren alle 20 Minuten und verbinden Las Palmas mit Arguinegin, Puerto Rico, Puerto de Mogán und dem Playa del Ingles. Sie bringen ihre Passagiere aber nicht direkt in den Ort, sondern es ist notwendig in die Linie 84 oder 38 umzusteigen, wenn man ins Ortszentrum möchte. Puerto de Mogán wird auch von Fährschiffen der Lineas Salmòn und Blue Bird angefahren.

Umgebung von Puerto de Mogán

Aber nicht nur der Ort an sich kann mit herrlicher Natur aufwarten, auch die Umgebung muss besucht und erkundet werden, denn sie birgt eine unendliche Vielfalt an Naturschönheiten. Wandern in den Naturparks Ojeda, Inagua und Pajonales oder auf den traumhaften Wanderrrouten in den Barrancos Toscas, Puerto Rico, Tauro und Taurito ist empfehlenswert. Beeindruckend auch das Gebirgsmassiv im Südwesten, das geomorphologische und botanische Schätze bietet. Hier gibt es den für die Insel so typischen Sukkulentenstrauch zu entdecken. Weiters gibt es kanarische Kiefer, Palmenoasen und exotische Obstbäume. Am Fuß des Los Azulejos erstrahlt der Barranco de Veneguera in den Farben dunkelrot, diversen Gelbschattierungen und blau. Der Stausee an der Talsperre Soria kann über eine kurvenreiche und steile Anfahrt erreicht werden und besticht mit seinen Palmen.

Strände in Puerto de Mogán

Die Strände verzeichnen hohe Besucherzahlen und mittlerweile haben sich bereits sechs Siedlungen entwickelt, welche eine Vielzahl an Hotelanlagen und Restaurants beherbergen:
Arguinegin – Patalavaca
Anfi del Mar
Puerto Rico – Amadores
Tauro – Playa del Cura
Taurito y Puerto de Mogan
Die steile Küste weist in ihren Tälern viele Strände auf. Der Hauptstrand befindet sich in Arguinegin. Dann folgt der Playa de Patalavaca, der sich bis zum Playa de la Verga erstreckt, mit einer großen Auswahl an Hotelanlagen, die fast alle am Meer liegen. Dann folgt Anfi del Mar, das einen Holzkai für Sportboote zu bieten hat und Luxusanlagen. Ebenso verfügt der Playa de Puerto Rico über einen prachtvollen Yachthafen, in dem nicht nur Freizeitboote, sondern auch richtige Luxusyachten zu bewundern sind. Außerdem existiert hier eine Segelschule , welche auf olympische Erfolge zurückblicken kann und Kurse auf allen Niveaus offeriert. Am weißen Sandstrand Playa de Amadores – 1 Kilometer Bummeln am Strand beträgt die Entfernung – liegt ein in Gärten eingebettetes Einkaufszentrum. Der Playa de Tauro, nur wenige Meter entfernt, gilt noch als Geheimtipp, eignet sich aber für Liebhaber von natürlichen und nicht stark frequentierten Stränden. Es sollen hier aber in den nächsten Jahren ebenfalls Hotelanlagen entstehen. Der Playa del Cura genügt den Anforderungen der Touristen und bietet die gewollte Infrastruktur. Weitere Geheimtipps finden sich an dem Playa de Los Frailes, dem Playa de Medio Almud und dem Playa Tiritana, die nur zu Fuß erreicht werden können. Dahinter liegt der Playa de Taurito, windgeschützt von den hohen Felsen, und ein großer Stausee, der künstlich angelegt wurde, und von Grünzonen, die auch für Sport genutzt werden können, umrundet ist. Die Küste um Mogán verzeichnete in den letzten 20 Jahren schon unzählige Weltrekorde im Hochseefischen.

Puerto de Mogán

Puerto de Mogán ©iStockphoto/repistu

Geschichte und Wirtschaft von Puerto de Mogán

Es fing mit mehreren Siedlungen im Tal Veneguera und im Tal von Mogán und kleineren Siedlungen in den angrenzenden Tälern Puerto Rico, Tauro und Taurito an. Die ersten Siedler der Gemeinde Mogán beanspruchten die Terrassen der Täler und die Küstenbereiche. Nach dem Eintreffen neuer Siedler auf Gran Canaria wurde damit begonnen das Land und das Wasser aufzuteilen. Diese Region, die heute als Mogán bezeichnet wird, erstreckte sich damals von Telde bis zur südlichen Grenze des Valle de La Aldea, und litt oft unter Wassermangel, der Abgeschiedenheit auf Grund der Lage und der großen Entfernung zu den damaligen Zentren auf der Insel.

Dies führte auch dazu, dass Mogán und das Einzugsgebiet bei der Aufteilung oft benachteiligt wurden. Daher reduzierte man die Siedlungsgebiete auf die Mittelläufe der Täler Tasarte, Veneguera und Mogán. Wegen der zahlreichen und heftigen Überfälle und Plünderungen durch Piraten blieben die Küsten zum großen Teil unbesiedelt. Mogàn wurde im späteren 18. Jahrhundert der Gerichtsbarkeit anderer Gemeinden, wie Aguimes, San Bartolomé de Tirajana und Tejada unterstellt, was sich nicht förderlich auf die Entwicklung einer eigenen Identität auswirkte. Ein Streit zwischen Bauern und Viehzüchtern um Land und Boden und die Nutzung erschwerte in der Mitte des 17. Jahrhunderts ebenfalls die Entwicklung und Stärkung der eigenen Wirtschaft.

Erst im Jahr 1815 gelang es Bischof Verdugo, die Gemeinde Mogán als Pfarrbezirk anzuerkennen, was zu einer Aufwertung Mogáns und zur Eigenständigkeit als Gemeinde führte. Am Ende des 19. Jahrhunderts brach eine sehr schwere Krise über die ganze Insel herein, die auch Mogán traf. Durch den immensen Steuerdruck, die nicht funktionierende, lokale Administration und die Zahlungsunfähigkeit der Bauern, die ihre Kredite nicht zurück bezahlen konnten, brach die Landwirtschaft völlig zusammen. Erst als ein englisches Unternehmen anfing, Tomaten und Bananen anzubauen, kam es zu einer Erholung der wirtschaftlichen Situation. Von Ende des 18. Jahrhunderts bis in das 19.Jahrhundert dominierte die Landwirtschaft die einheimische Wirtschaft im Tal von Mogán. Ergänzend wurden Viehzucht, Forstwirtschaft und die Züchtung der Koschenille-Schildläuse betrieben. Es handelte sich um eine Wirtschaftssystem, das in sich geschlossen war und zur Deckung des eigenen Bedarfs genügte. Im 20. Jahrhundert erlebte die Insel einen Wandel in seiner wirtschaftlichen Struktur. Es bildeten zwar weiterhin Landwirtschaft und Fischfang die Basis, jedoch kam nun der Tourismus als Bereicherung ins Spiel wirtschaftlicher Aktivitäten. Mittlerweile hat der Tourismus eine sehr große Bedeutung für das wirtschaftliche Bestehen erlangt: Hotels und Appartements in unterschiedlichen Kategorien, Strände, Einkaufszentren, Sporthäfen und Freizeiteinrichtungen. Fische sind und bleiben die große kulinarische Spezialität dieser Insel und Mogáns, die Fischerei reicht jedoch nur dafür, dass die Restaurants und die einheimische Bevölkerung mit frischem Fisch versorgt wird. Die hier gefangenen Fische ( Schwarzer Marlin, Hai und Thunfisch) erfreuen sich eines exzellenten Rufes, die Qualität ist hervorragend. Der Anbau tropischer Früchte ( Avocado, Mango, Papaya,Guayaba Chirimoya), die ganz wunderbar auf dem fruchtbaren Boden Mogáns gedeihen, verdrängen die anfänglich angebauten Tomaten und Bananen.

Einkaufen in Puerto de Mogán

Touristen, die das Shoppen lieben, kommen auch nicht zu kurz. Es bestehen zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten, die nur darauf warten, genutzt zu werden.
Am Dienstag und Donnerstag verführt der Straßenmarkt von Arguinegin mit seinem frischen Obst und Gemüse und den günstigen Textilien zum lukrativen Einkauf.
Freitags lockt der Markt in Puerto de Mogán mit seiner Lebendigkeit und seinen Schnäppchen.

Küche

Besonders beliebt sind natürlich aufgrund der geografischen Lage als Insel Fischgerichte. Frischen Fisch erwirbt man am besten am Hafen und es existieren sehr viele Varianten, wie dieser dann kulinarisch genossen werden kann. Die beliebten Fischsuppen „Lapas sudadas con Mojo verde“ oder „ Pescado de berenjenas“ erfreuen sich großer Beliebtheit. Das sind Napfschnecken mit einem Dressing aus grünem Pfeffer oder Fisch mit Melanzani.
Ein Bestseller der Küche in Puerto de Mogán ist der gebratene Thunfisch.

Diese Gerichte harmonieren sehr gut mit der traditionellen Küche auf der Insel, wie „Papas arrugadas con Mojo“ , das sind Kartoffeln mit einer Chilisoße , der „Sancocho“, das ist ein gesalzener Fisch mit Kartoffeln, die „Ropa vieja“ , ein Kichererbseneintopf mit Fleisch . Ziegenfleisch wird ebenfalls sehr gerne gegessen. Verdauungsfördernde Früchte stellen das Dessert dar. Meist handelt es sich um Papaya mit Orangen oder Chirimoyas, welche eben in dieser Region besonders gerne angepflanzt werden.

Feste und Feiern in Puerto de Mogán

Am 13. Juni gedenkt man dem Heiligen San Antonio El Chico, dem Heiligen Antonius von Padua, der auch der Schutzpatron der Gemeinde ist. Zu Beginn des Festes treten Folkloregruppen auf, die von allen Inseln kommen, und es findet ein typisches Volksfest und Folklorefestival statt, bei dem alle Einheimischen dem Heiligen Opfer bringen, meistens Früchte und landestypische Produkte.

Es wird eine ganze Woche gefeiert und den Höhepunkt bildet die Prozession, bei der der Heilige Antonius durch die ganze Ortschaft getragen wird und der „Canto de los Pajaritos“, den man Vogelgesang nennt.
Am ersten Sonntag im August erhält San Antonio El Grande seine Feierlichkeiten, die sich auf ein Versprechen, welches nach einer Heuschreckenplage, die die Ernte aller Felder zunichte machte, stützt.
Im Juli finden in Arguinegin und Puerto de Mogan die Fiestas del Carmen statt. Eine Prozession von wunderschön geschmückten Booten begleitet ein Marienbild, das auf einem Boot sämtliche Küstenorte besucht.

Puerto de Mogán ist eine interessante und von landschaftlicher Schönheit gesegnete Destination, die einen Besuch wert ist.