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Fuerteventura – Die Oase in der Wüste der Zivilisation

Die Insel Fuerteventura gehört zu den Kanaren und ist nach Teneriffa die zweitgrößte Insel vor der Marrokkanischen Küste. Touristen zieht es schon seit Jahren auf die idyllische Insel, sei es zum Baden, zum Spanisch lernen oder um der noch recht traditionellen Lebensweise der Einwohner willen, denn die Insel bietet viel mehr als nur Strand und Partylaune.

Der Großteil der Touristen kommt sicherlich zu einem Badeurlaub auf die Insel. Während der Westen zu einem großen Teil aus zwar sehr schöner Steilküste aber für Badende äußerst gefährlicher Steilküste besteht, locken an der Ostküste endlosen Sandstrände. Bilder wie aus dem Märchenbuch, die jedem Sonnenanbeter das Herz höher schlagen lassen.

Der Sand spielt auf der Insel zudem eine besondere Role. In der Nähe von Corralejo, gibt es ausgedehnte Sandwüste mit echten Wanderdünen zu bestaunen. Das Gebiet steht seit 1987 unter Naturschutz. Dort kann man sehr gut sehen und nachempfinden, wie nahe die Insel an Afrika liegt. Der Sand besteht jedoch anders als Wüstensand zu großen Teilen aus zerkleinerten Schalen früherer Meeresbewohner, zum Beispiel Muscheln oder Schneckenhäuser, die in Millionen von Jahren dort abgelagert wurden. An einigen Stellen findet man sogar Reste von Kalkformationen des ehemaligen Meeresbodens und altes Vulkangestein, dessen winzige Körnchen dem Sand die typische Färbung geben. Die Bewohner sind besonders stolz darauf, einen eigenen Sand zu haben. Und den Urlauber freut es ebenso auf langen Spaziergängen und geführten Touren in die Sandwüste.

Fuerteventura

Fuerteventura @iStockphoto/Peter Eckhardt

Der stete Wind vom Meer macht die Strände der Insel darüber hinaus zu einem Paradies für Wassersportler. Schon seit Jahren gilt Fuerteventura als Mekka für Segelfans, Surfer, Wasser- oder Jetskifahrer oder unter der Wasseroberfläche besonders auch für Taucher. Wellenreitern ist die Westküste zu empfehlen, Windsurfer treffen im Norden bei Corralejo und allgemein an der gesamten Ostküste auf optimale Bedingungen. Natürlich können Sie die Künste der Profisportler vom Strand aus bestaunen, zahlreiche am Strand gelagerte Sportschulen geben aber auch Gelegenheit es selbst einmal zu versuchen. Die Strände ziehen somit auch den Hauptteil der Touristen an. Bekannte Zentren sind unter anderem Corralejo, Costa Calma und Morro Jable. Die Regionen sind stark ausgebaut und auf den Massentourismus ausgerichtet. Erstklassige Hotels reihen sich gleich am Strand und mit zahlreichen Restaurants, Bars und Geschäften bleibt kein Wunsch offen.

Ruhiger geht es dagegen im Hinterland zu. In den vergleichsweise kleinen Ortschaften und Dörfern besteht ebenfalls die Möglichkeit Unterkunft zu bekommen, aber auch wer sich in einer Touristenhochburg einquartiert hat, sollte auf jeden Fall einen Ausflug ins Inselinnere einplanen. Eine besondere Stimmung erlebt man in der vielfältigen Berglandschaft der Insel. Um diese zu erkunden mietet man sich am Besten ein Auto. Vom Fahrradfahren muss leider abgeraten werden, da das Fahren auf den engen Straßen nicht ungefährlich und abseits der Straßen meist volkommen unmöglich ist.

Die raue, kahle Landschaft der Berge besitzt einen eigenen Charme, der ein großes Gegenbild zum Strandleben darstellt. Die Vegetation ist zwar weniger üppig, spezielle Führer geben aber Einblick in die erstaunliche Anpassungsgabe der Pflanzen. Vorsicht jedoch bei Wanderungen ohne professionelle Führung. Das Klima in der Bergregion wirkt zwar angenehm und kühler als im Tiefland, aber auch dort ist die Luft extrem trocken. Nehmen Sie darum unbedingt genügend Trinkwasser mit!

Wer Lust auf ein besonderes Abenteuer hat, sollte sich auf den Weg zum entlegenen Strand Playa de Garcey machen. Dort strandete am 18. Januar 1994 der Luxusliner American Star. Das Schiff lief auf Grund, brach auseinander und liegt seitdem gut sichtbar vor der Küste. Bergungsversuche sind aufgrund unberechenbarer Strömungen und heftiger Wellen bisher immer gescheitert und haben bereits mehr als 30 Menschen das Leben gekostet. Ein weiterer interessanter Anlaufpunkt auf Fuerteventura ist das Ecomuseo de Algocida in Tefia. Gefördert von der EU zum Erhalt der ursprünglichen spanischen Lebensform wurden hier in mehrere schon fast völlig verfallene Bauernhöfe restauriert. So können Sie die Handwerkskunst und Lebensweise der Bevölkerung kennenlernen, so wie sie bestand, bevor der Tourismus Einzug hielt. Zu sehen sind verschiedenste Handwerke, wie Steinmetze, Bäcker oder Stickerinnen sowie die nachgebauten Wohnstuben.

Wer seinen Lieben daheim etwas mitbringen möchte oder selbst Neues ausprobieren will, dem seien die Produkte der Insel ans Herz gelegt. Neben allerlei Handwerkszeug wie Schmuck etc. wird die Aloe Pflanze angebaut und ist preisgünstig zu erhalten. Schon ein kleines bißchen des Pflanzensaftes beruhigt die Haut und trägt zur Heilung von kleinen Wunden bei. Kulinarisch sollten Sie neben frisch gefangenem Fisch und Meerestieren die Kanarischen Kartoffeln und die Tomaten probieren. In kleinen, traditionellen Restaurants werden sie häufig angeboten. Eine spezielle Köstlichkeit ist der Ziegenkäse von Fuerteventura, sicherlich Geschmackssache aber probieren Sie auf jeden Fall.

Genießen Sie die ruhige Insel, lassen Sie sich am Strand bräunen oder erkunden Sie das Innere. In den Inselbewohnern werden Sie ausgeglichene Zeitgenossen finden, und in manch verschlafenem Dorf scheint die Zeit auch heute noch still zu stehen. Miguel de Unamuno, ein baskischer Philosoph der 1924 in der Verbannung auf der Insel lebte, nannte Fuerteventura eine Oase in der Wüste der Zivilisation. Wer die Insel kennen gelernt hat, weiß, dass damit wirklich ein wahres Wort gesprochen wurde. Das scheinen auch die Einwohner so zu empfinden, denn seit einigen Jahren steht nahe Tefía dem Dichter zu Ehren ein Denkmal.