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Tapas – Die beliebten spanischen Appetithäppchen

Tapas sind kleine Häppchen, die typischerweise in Bars zu einem Getränk gereicht werden. In Spanien ist es eine beliebte Tradition, Tapas zu essen: man geht mit Freunden oder Familie von Bar zu Bar, um gemeinsam die kleinen Gerichte zu genießen und dazu ein gutes Tröpfchen zu trinken (normalerweise Bier oder Wein). Mittlerweile gibt es auch außerhalb von Spanien viele Tapas Bars, die sich dieser beliebten Spielart der spanischen Küche verschrieben haben.

Tapas

Tapas @iStockphoto/mactrunk

Wo liegen die Ursprünge der Tapas?

Eine Tapa war ursprünglich eine kleine Portion Essen, die als Snack eingenommen wird. Bemerkenswert ist, dass die Tradition der kleinen Gerichte bereits vor dreitausend Jahren in der indischen Kultur bekannt war: Brahma, der sich wünschte, dass der Gott Shiva sich in einen Mann und eine Frau aufspaltet, versprach, ein bescheidenes Leben zu führen, was sich auf die Ernährung auswirkte. Das Sanskrit-Wort „tapa“ bedeutet im übertragenen Sinne „kleiner Happen“. In anderen östlichen Literaturen erhielt der Begriff eine Bedeutung, die dem Satz ähnelt, man solle eine Pause einlegen, um seine Kräfte durch das Probieren verschiedener Nahrungsmittel wieder aufzufüllen. Die gastronomische Besonderheit der indischen Kultur besteht im Übrigen darin, den Tisch mit kleinen Gerichten zu füllen: Die Tapita teilt die primitive brahmanische Haltung, die darin besteht, dass sie in der Quantität klein ist, aber nicht in der Qualität und Vielfalt.

Die alten Griechen wiederum benutzten das Wort „poikiliaa“, um die verschiedenen kleinen Speisen zu bezeichnen, mit denen Freunde und Besucher zu ungeraden Stunden bewirtet wurden. Sie waren die orectikáo-Vorspeisen, vom Verb orego = begehren, begehrlich machen. In Athen und später in Rom wurde der feinen Küche mehr Aufmerksamkeit gewidmet als jemals zuvor in der Menschheitsgeschichte: Essen war ein höchstes Vergnügen, so sehr, dass es ebenso wie die sieben Weisen Griechenlands oder die sieben Weltwunder sieben Köche gab, darunter Alphonetes von Athen, der Erfinder der Blutwurst, einer der wichtigsten Hauptfiguren in der Geschichte der Tapas.

Die spanische Tradition der Tapas hat ihren Ursprung im Südosten Spaniens und ist ein römisches Erbe, das durch arabische Bräuche verstärkt wurde, die wiederum aus Persien übernommen wurden. Die Präsenz des Aperitifs in der spanischen Literatur beginnt im Mittelalter und erreicht ihren Höhepunkt im Goldenen Zeitalter. Juan de la Cueva beschreibt in einem seiner Werke den Brauch, dem Besucher Wein und eine Beispiel dessen, was es im Haus alles zu essen gibt, zu überreichen.

Die Bedeutung eines Hauses wurde an der Vielfalt und Reichhaltigkeit seiner „llamativos“, wie Cervantes die Vorspeisen nennt, die letztlich nichts anderes als Tapas sind, gemessen. Die Tapa bereitete den Weg für das Getränk: Nicht der süße Happen galt als Tapa, sondern der herzhafte, weil er zum Trinken aufforderte und Durst verursachte.

Woher kommt der Begriff „Tapas“?

Es gibt verschiedene Theorien über den Ursprung des Wortes „Tapa“. Die Historiker sind sich nicht ganz einig. Die folgenden zwei Thesen sind jedoch die plausibelsten:

– Es wird angenommen, dass die erste moderne Tapa aus Chorizo-Wurst hergestellt wurde und ihren Ursprung in Andalusien hat. Es handelte sich um eine dicke Chorizo-Wurst, die in Scheiben geschnitten wurde: Eine dieser Scheiben wurde verwendet, um das Weinglas zu bedecken, was nach Meinung mancher zu dem Begriff führte (Tapa = Deckel).

– Im Laufe der Jahrhunderte wurde jede Portion Nahrung, die die Dringlichkeit, etwas zu essen, lindern konnte, gewöhnlich ein Stück Käse, eine Olive, eine Scheibe Wurst, „Tapaboca“ genannt. Daher stammt auch das Wort „Tapa“.

Was sind typische spanische Tapas?

1. Tortilla de patatas
Die Tortilla de patatas ist auch als Tortilla española (spanisches Omelett) bekannt, da sie eines der klassischsten Gerichte der spanischen Küche ist. Für eine Tortilla de patatas werden zunächst mehrere Eier verquirlt. Im Anschluss werden Kartoffeln und optional Zwiebel in einer Pfanne angebrachten, bevor die Eiermasse darauf verteilt und das Omelette in der Pfanne fertig gebacken wird. Sehr trickreich ist das Wenden des Omeletts, was etwas Übung erfordert.

2. Sardellen in Essig
Boquerones en vinagre (Sardellen in Essig) sind eine typische Tapa im südlichen Spanien, vorwiegend in Andalusien. Hierbei werden kleine Sardellenfilets in reichlich Essig, Knoblauch und Petersilie eingelegt. Das Fleisch wird durch die im Essig enthaltene Säure „gegart“. Vor dem Servieren sollte der Fisch also mindestens 6 Stunden in Essig eingelegt werden, damit sich das Fleisch durch die Wirkung des Essigs von braun zu weiß verfärben. Boquerones en vinagre sind eine der häufigsten Tapas, die man auf den Tabletts spanischer Bars findet.

3. Calamares a la romana
Es handelt sich um in Ringe geschnittenen Tintenfisch, der in Mehl getaucht und in sehr heißem Öl (ca. 160 °C) frittiert wird. Dazu wird traditionell Zitrone und Maynonnaise serviert. Besonders im nördlichen Spanien, beispielsweise in Asturien oder im Baskenland, ist diese Tapa sehr beliebt.

3. Baby-Tintenfisch oder „Puntilla“
Die Tapa aus gebratenem Baby-Tintenfisch oder Puntilla besteht aus kleinen Tintenfischen, die Chipirones oder Txipirones (auf Baskisch) genannt werden. Sie sind auch als „chipirones en su tinta“ oder „chipirones encebollados“ bekannt, wenn das Rezept Zwiebeln enthält. Diese Tapa wird auf die gleiche Weise zubereitet wie die Calamares a la romana und kann auch mit Zitrone und etwas Mayonnaise gegessen werden.

4. Croquetas
Kroketten oder Croquetas stammen ursprünglich aus Frankreich, sind jedoch mittlerweile in der ganzen Welt sehr beliebt. Von Japan bis Deutschland. In Amsterdam heißen sie Kroketten und sind sogar in Verkaufsautomaten zu finden. In China sind nánguā bǐng mit Kürbis gefüllt und haben einen süßen Geschmack. In Brasilien heißen sie salgados und sind auf allen Märkten zu finden. Eine Krokette ist dabei nichts anderes als eine gefüllte Teigportion, die mit verschiedenen Geschmacksträgern gefüllt ist, z. B. Fleisch, Bechamelsosse, Fisch, Käse, etc. Im Anschluss daran wird die ovale oder runde Teigkugel in sehr heißem Öl frittiert.

5. Galizische Empanada
Diese Tapa stammt aus Galizien, wie der Name bereits vermuten lässt. Sie hat ihren Siegeszug jedoch schon lange auf der ganzen Welt angetreten. Es gibt unzählige Varianten dieser beliebten Tapa. Möchte man sich an das traditionelle Rezept halten, besteht der Teig aus Hefe, Mehl und Salz, mit einer Füllung aus Thunfisch, Zwiebel, Tomate, roter Paprika, Knoblauch und Salz. Im 7. Jahrhundert n. Chr. waren Empanadas sehr beliebt unter Reisenden.

6. Empanadillas
Der einzige Unterschied zwischen Empanadillas und Empanadas: erstere werden in Olivenöl frittiert. Was die Füllung angeht, sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Ob Hackfleisch oder Grillgemüse, Hauptsache die Bällchen sind außen knusprig und innen teigig. Empanadillas werden vorwiegend mit salzigen Zutaten gefüllt, doch sind auch süße Varianten möglich. Als Füllung werden dann Früchte, Nüsse oder Süßkartoffeln verwendet. Auch international sind Empanadillas fest in der Küche der verschiedenen Kulturen verankert: die indische Samosa und Aloo Pie oder die chinesische Frühlingsrolle.

7. Gambas al ajillo oder Knoblauch-Garnelen
Gambas al ajillo (Garnelen mit Knoblauch) sind (wie die Sardellenfilets in Essig) besonders in Südspanien, aber auch in Zentralspanien sehr beliebt. Die Hauptzutat sind geschälte Garnelen, Knoblauch und Olivenöl. Sie werden in der Regel in einem Tontopf serviert und mit etwas Petersilie bestreut. Einige Varianten erhalten durch die Zugabe von einigen Scheiben Chilischote einen pikanten Kick, andere wiederum werden mit einem Schuss Sherry verfeinert. Sie werden lauwarm serviert und in der Regel von einem Glas Wein begleitet, entweder weiß, schwarz oder rot.

8. Andalusischer Gazpacho
Kalte Tapas, die man das ganze Jahr über genießen kann, sind typischerweise im südlichen Spanien sehr beliebt. Jede andalusische Familie hat ein eigenes Rezept, das auf der Grundlage einer bunten Gemüsemischung seine ganz eigene Note bekommt und oft über Generationen hinweg weitergegeben wurde. Die Hauptzutaten sind Brot, Tomaten, Knoblauch, Paprika, Zwiebel, Salz und Öl, dazu vielleicht ein wenig Schinken und ein gekochtes Ei. Diese Mischung wird püriert und zu einer kalten Suppe verarbeitet. Die erfrischende Suppe wird als Getränk oder leichte Mahlzeit in der heißen Jahreszeit getrunken und ist hervorragend geeignet, um Reste zu verwerten.

Was darf nicht fehlen?

Zu Tapas gehören definitiv ein gutes Glas spanischer Rotwein oder ein spritziges Bier als Begleitung. Das richtige Getränk dazu ist mindestens genauso wichtig wie die Tapas selbst. Zudem sind Tapas dazu gedacht, in Gesellschaft genossen zu werden.

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