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La Gomera

La Gomera, eine Perle der Natur

La Gomera, die zweitkleinste der insgesamt sieben zu den Kanaren gehörenden Inseln, ist nur etwa halb so groß wie der Stadtstaat Berlin. Die beinahe kreisrunde Insel hat eine Fläche von etwa 370 Quadratkilometern. Die meisten Touristen entscheiden sich lediglich für einen Tagesauflug von der Nachbarinsel Teneriffa aus, um La Gomera einen Besuch abzustatten. Immerhin ist Teneriffa nur etwa 30 Kilometer entfernt – mit dem Boot ein echter Katzensprung. Auch ist La Gomera nicht unbedingt als Insel mit den schönsten Stränden bekannt. Vorherrschend sind steinige Strände; wer einen reinen Badeurlaub verleben möchte, sollte sich wohl eher für die kanarischen Inseln Gran Canaria oder Fuerteventura entscheiden. Doch kann man durchaus auch auf La Gomera einen längeren Aufenthalt einplanen, denn diese ist nicht nur bekannt für ihre wunderschöne Natur, sondern auch für einige Strände. Ebenso kann man zahlreiche historisch sehr interessante Sehenswürdigkeiten auf La Gomera besichtigen. Darüber hinaus ist La Gomera vom Pauschaltourismus noch nicht allzu sehr überlaufen. Dies liegt vermutlich auch daran, dass die Insel über keinen eigenen Flughafen verfügt. Erreichen kann man diese auch als „Perle der Natur“ bezeichnete Insel nur via Fähre von der Nachbarinsel Teneriffa aus. Für alle ruhesuchenden Touristen ist diese daher ein echtes Paradies und bietet Natur pur.

Die schönsten und bekanntesten Attraktionen von La Gomera sollen im Folgenden vorgestellt werden.

Verwunschene Wälder und eine einmalige Natur. Von allen Inseln des Kanarischen Archipels ist La Gomera vielleicht die grünste und idyllischste, die traumhafte Wanderwege und eine unberührte Natur bietet. Den ganzen Tag faul am Strand zu liegen, wäre auf La Gomera reine Zeitverschwendung!

Der immergrüne Nebelwald im Herzen der Insel

Eine der Top Attraktionen von La Gomera und nicht nur Naturliebhabern bedingungslos zu empfehlen ist der Nebelwald Garajonay, der sich im Herzen der Insel befindet. Mit einer Fläche von etwa 90 Quadratkilometern nimmt dieser etwa ein Viertel der gesamten Insel ein. Hier befindet sich auch der Alto de Garajonay, mit 1.487 Metern die höchste Erhebung der Insel. Den Gipfel kann man auf einer etwa zwei Stunden dauernden Wanderung bequem erreichen. Seit dem Jahr 1986 steht der Nebelwald, der zahlreiche mystische Fotomotive hergibt, auf der Liste der UNESCO. Für Liebhaber seltener Pflanzen ist der Nebelwald ein unbedingtes Muss, denn hier gibt es zahlreiche seltene Pflanzen, unter anderem die bis zu 15 Meter hohe Baumheide und verschiedene Arten von Lorbeerbäumen. Diese Lorbeerbäume sind charakteristisch für die Insel; sie können immerhin bis zu 30 Meter hoch werden. Zahlreiche dieser Pflanzen wachsen nur an schwer zugänglichen Steilhängen – die Exemplare im Nebelwald sollte man sich also nicht entgehen lassen. Seinen Namen verdankt der Nebelwald den dichten Nebelschwaden, die man hier häufig beobachten kann. Diese begünstigen eine üppige Moosbepflanzung an den Bäumen. Die meterlangen Flechten, die teilweise von den Bäumen herabhängen, erzeugen eine mystische und geheimnisvolle Atmosphäre – nicht umsonst ist der Nebelwald bei Touristen so beliebt.

Das Valle Gran Rey – definitiv der schönste Fleck zum Wandern auf La Gomera

Im Westen der Insel befindet sich das Valle Gran Rey, eine imposante Schlucht, die zu ausgedehnten Wanderungen förmlich einlädt. Auf der einen Seite kann man hier die ursprüngliche Seite von La Gomera kennenlernen, doch gibt es mittlerweile genauso viele Hotels und Ferienwohnungen im Valle Gran Rey, dem Tal des Großen Königs. Charakteristisch für dieses Tal sind die Berghänge und ihre terrassenartig angelegten Felder. Für die Landwirtschaft herrschen hier ideale Bedingungen vor – dementsprechend reichhaltig sind die Ernten. Vor allem Bananen, Papayas und Zitrusfrüchte werden im Valle Gran Rey angebaut. Neben den imposanten Palmenhainen sind es jedoch auch die zahlreichen traumhaften Strände, welche unzählige Touristen in das Tal ziehen. Unter anderem kann man sich hier sogar an schwarzen Sandstränden entspannen.

La Gomera

La Gomera @iStockphoto/Angelika Stern

La Fortaleza

Zwar ist der Alto de Garajonay die höchste Erhebung der Insel, beinahe noch beliebter aber ist der 1.241 Meter hohe La Fortaleza. Besonders das etwa einen Quadratkilometer umfassende Plateau lädt zu ausgedehnten Wanderungen ein. Ein wenig Kondition sollte man allerdings schon mitbringen, denn das letzte Stück bis zum Gipfel muss man teilweise kletternd zurücklegen. Oben angekommen, wird man allerdings mit einer traumhaften Panoramasicht belohnt, die Ihresgleichen sucht.

Geschichtsträchtig: Die Hauptstadt San Sebastián

Keinesfalls sollte man einen Besuch in der Hauptstadt von La Gomera San Sebastián versäumen. Besonders die alten Patrizierhäuser sind hier ein beliebtes Fotomotiv. Das älteste Gebäude der Stadt wiederum ist der Grafenturm, von welchem heute allerdings nur noch eine Ruine vorhanden ist. Darüber hinaus gibt es in der Hauptstadt einige Bade- und Einkaufsmöglichkeiten. Besonders in den Abendstunden ist ein Besuch von San Sebastián beinahe Pflichtprogramm. Übrigens soll schon Kolumbus in dieser Stadt geweilt und sich erholt haben, ehe er seine Reise nach Indien fortsetzte. Keinesfalls versäumen sollte man den Hafen von San Sebastián, denn dieser gilt als das Eingangstor zur Insel. Begibt man sich etwas südlich von San Sebastián trifft man auf eine beeindruckende, etwa sieben Meter hohe Jesusstatur, die sich auf einem 20 Meter hohen Sockel befindet und ein beliebtes Fotomotiv ist.

Agulo – schönstes Dorf im Norden der Insel

Ein weiteres beliebtes Reiseziel auf La Gomera ist das Dorf Agulo im Norden der Insel. Den Status als schönstes Dorf von La Gomera verdankt Agulo seinen gut erhaltenen Kolonialbauten ebenso wie den verwinkelten Gassen. Umgeben wird Agulo von weiten Terrassenfeldern und imposanten Steilwänden. Agulo liegt auf einer Plattform hoch über dem Meer – von hier aus hat man nicht nur einen traumhaften Ausblick auf den Ozean, sondern auch auf den Teide auf der benachbarten Insel Teneriffa.

Los Organos

Ebenfalls im Norden von La Gomera befindet sich eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Insel. Die sogenannten Los Organos sind 80 Meter hohe und 200 Meter breite Klippen, die als schönste Felsformation auf den Kanaren gelten. Diese Basaltröhren sind durch vulkanische Tätigkeit (und nicht wie man vermuten könnte durch Menschenhand) entstanden und erinnern ein wenig an Orgelpfeifen. Da man den besten Blick auf dieses Naturschauspiel vom Meer aus hat, werden regelmäßig Schiffsausflüge angeboten. Etwas seefest sollte man allerdings schon sein, denn die Schiffe sind nicht sehr groß und Wellenbewegungen merkt man hier deutlich…

Whale Watching

Ein ganz besonderes Erlebnis, welches man während Ferien auf La Gomera nicht versäumen sollte, ist das Whale Watching. Mit etwas Glück sieht man nicht nur Delfine, sondern auch die großen Meeressäuger. Diese beliebten Touren starten unter anderem in Vueltas und versprechen einige spannende Stunden auf dem Atlantik. Wenn möglich, sollte man solch eine Tour für den Nachmittag einplanen, denn dann kann man am Abend den Sonnenuntergang auf dem Meer genießen.
Vor allem die Delfine sind die Boote mit den neugieren Menschen längst gewöhnt und begleiten diese häufig stundenlang. Insbesondere der Große Tümmler, eine etwa vier bis fünf Meter lange Delfinart, trifft man vor der Küste von La Gomera sehr häufig an. Pilot- und Schnabelwale kann man mit etwas Glück bei solch einem beliebten Ausflug ebenso beobachten wie Pott- oder Grindwale. Zwischen Teneriffa und La Gomera lebt übrigens eine Gruppe von etwa 300 Grindwalen, die immerhin sieben Meter lang werden können. Allerdings sind diese sehr scheu und wirklich nur mit viel Glück zu beobachten.
Übrigens ist die Insel La Gomera dafür bekannt, „sanftes“ Whalewatching zu betreiben. Dies bedeutet, dass die Tiere nicht berührt werden dürfen und ein Teil der Erlöse sogar diversen Hilfsorganisationen zugutekommt.

Playa de las Arenas – die „Schweinebucht“

Eine schöne Bucht auf La Gomera ist Playa de las Arenas, auch als die „Schweinebucht“ bekannt. In den 60er Jahren nutzten vor allem Hippies diese Stelle, um hier wilde Partys zu feiern. Wer einen entspannten Tag am Strand verbringen möchte, findet jedoch auch hier das eine oder andere schöne Plätzchen.

Playa del Ingles – der schwarze Sandstrand

Neben zahlreichen Kies- und Steinstränden findet man auf La Gomera nur wenige endlose Sandstrände. Etwas ganz Besonderes sind die schwarzen Strände; eines der schönsten Exemplare ist der Strand von Playa del Ingles. Begrenzt wird dieser Strand von einer mächtigen Steilwand und ist schon allein aus diesem Grund einen Besuch wert. Etwas Vorsicht sollte man walten lassen, denn am Strand herrscht eine nicht ungefährliche Brandung. Übrigens ist dieser Strand besonders bei FKK-Anhängern sehr beliebt.

Playas de Santiago – vom kleinen Fischerdorf zum beliebten Badeort

Eines der Touristenzentren Nummer Eins auf La Gomera ist Playas de Santiago, ein ehemaliges Fischerdorf. Die gute Lage im Süden der Insel verhilft diesem Ort ganzjährig zu einem sehr milden Klima. Der Hauptstrand, welcher am Hafen beginnt, ist etwa 500 Meter lang und verspricht ein ungetrübtes Badevergnügen. Leider ist es hier in der Hauptsaison recht überlaufen; wer es ruhiger mag, sollte sich gen Osten zum etwas kleineren Playa de Tapahuga begeben.

Der beinahe wüstenartige Süden

Der Süden der Insel La Gomera ist trockener als der vegetationsreiche Norden; hier findet man jedoch die schönsten Strände der Insel. Ein beliebtes Ausflugsziel im Süden von La Gomera ist der Drachenbaum von Agalán, der wohl bekannteste Drachenbaum der Insel. Um dieses Symbol von Schönheit und Kraft ranken sich noch heute zahlreiche Legenden. Bereits bei den Ureinwohnern von La Gomera galt dieser als heilig und dem roten Harz wurden heilende Kräfte zugeschrieben.

Mountainbiketouren auf La Gomera

Nicht nur zu Fuß kann man die grüne Insel gut kennenlernen, auch für Mountainbike Fans gibt es zahlreiche traumhafte Strecken. Da die Landschaft recht bergig und schluchtenreich ist, sind solche Touren allerdings nicht ganz ungefährlich und keinesfalls für Familien mit Kindern geeignet. Eine gewisse Grundkondition ist unbedingt erforderlich. Viele der Touren führen über Bergrücken und ehemalige Vulkane und teilweise entlang schroffer Küstenabschnitte und bieten fabelhafte Aussichten auf das Meer und die benachbarten Inseln. Aufgrund der ganzjährig milden Temperaturen ist La Gomera ständig ein beliebtes Ziel auch für Mountainbiker.

Alles in allem ist La Gomera also eine durch und durch empfehlenswerte Insel, die trotz ihrer recht kleinen Größe einige Überraschungen bereit hält. Besonders Naturliebhaber werden sich hier sehr wohl fühlen.