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La Palma

La Palma wird von den Einheimischen auch „La Isla verde“ (die grüne Insel) oder „La Isla bonita (die schöne Insel) genannt. Sie ist die Grünste der kanarischen Inseln und besitzt unvergleichliche Naturschätze. Ihre kargen und noch aktiven Vulkane im südlichen Teil der Insel, subtropische Wälder, die hohen Berge und die tiefen Schluchten bilden zusammen mit dem blauen Atlantik ein farbenfrohes, kontrastreiches Bild aus Schwarz (Basalt), Rot (Tuff) und Grün (Vegetation), die La Palma angenehm unter den sonst eher vegetationsarmen, kargen kanarischen Inseln hervorhebt.

So ist es auch kein Wunder, dass La Palma als Geheimtipp für Naturliebhaber und als Wanderparadies gilt. Als beste Wanderzeit gelten die Frühjahrsmonate von April bis Juni und die Herbstmonate September und Oktober. Der kälteste Monat ist der Januar und der wärmste Monat der August. Das Klima ist aber über das Jahr hinweg mild und ausgeglichen, so dass ein Urlaub auf La Palma zu jeder Jahreszeit empfohlen werden kann.

Ihren Vegetationsreichtum verdankt die grüne Insel der Cumbre Vieja, einer Bergkette mit ca. 160 Vulkanen und fast 2000 m hohen Gipfeln, welche die Insel von Norden nach Süden teilt. Diese Bergkette bildet eine Barriere, an der sich die durch die Passatwinde herangetragenen Wolken beim überqueren der Insel stauen und abregnen. Die Cumbra Vieja teilt die Insel damit in eine Schönwetterhälfte im Westen und der feuchteren, dafür aber auch grüneren Osthälfte.

In den Bergen bilden sich dichte Nebelfelder und damit Feuchtigkeit, die von den verschiedenen Pflanzen gesammelt wird. So erwecken die Bäume der riesigen kanarischen Kiefernwälder in den Bergen auf den Betrachter oft den Eindruck, als würden ihre Nadeln aktiv den Nebel durchkämmen, um die nötige Feuchtigkeit heraus zu filtern. La Palma beherbergt über 170 endemische Pflanzenarten und im Nordosten der Insel gedeiht üppiger dschungelartiger Lorbeerwald. Er ist der charakteristischste Lorbeerwald der Kanarischen Inseln und ein prächtiges Abbild einer Vegetation, die vor Millionen Jahren im Mittelmeerraum nach der Eiszeit ausstarb. Deshalb ist er auch Teil des Biosphären-Schutzgebietes “Los Tiles”, dass nördlich von Santa Cruz de La Palma liegt und 13.420 ha umfasst.

La Palma

La Palma @iStockphoto/Uli Hamacher

Einzigartig ist auch die Caldera de Taburiente, der mit einem Durchmesser von ca. 10 km, als einer der größten Erosionskrater der Welt gilt und 1945 zum Nationalpark erklärt wurde. Der Krater besitzt mit dem 2426 m hohen Roque de los Muchachos, den höchsten Berg der Kanaren nach dem Teide auf Teneriffa. Der Blick vom Gipfel ist aufgrund der klaren Luft phantastisch. Bei gutem Wetter erkennt man den Teide und die Insel La Gomerra. Bei dem Aufstieg auf den Roque de los Muchachos durchqueren Sie die verschiedenen Vegetationsstufen der Insel La Palma. Kulturlandschaften mit Bananenplantagen, Weinbergen und Avocadoplantagen, wechseln sich mit wilden Schluchten, den so genannten Barrancos ab. In den höheren Lagen fasziniert die märchenhafte Landschaft der kanarischen Kiefernwälder. Ein mittlerweile ausgezeichnetes Wegenetz und ein Campingplatz im Herzen des Nationalparks laden zu längerem verweilen ein.

Neben geführten Wandertouren bietet La Palma noch viele andere sportliche Aktivitäten, wie Tauchen, Hochseeangeln, Surfen, Mountainbiketouren, Paragliden (auch Tandemflüge), Reitexkursionen und Höhlenbegehungen. Informationen dafür bekommen Sie beim Fremdenverkehrsamt in Santa Cruz, Calle O`Daly 22. Interessant ist sicher auch das einzigartige „Schluchtenklettern“. Schluchtenklettern kann man in der Schlucht von Marcos und Cordero im Biosphärenreservat Los Tiles, in der Schlucht Las Granjas beim Roque de Los Muchachos und im Barranco de Fagundo im Norden der Insel.

La Palma gilt nicht als DIE Badeinsel schlechthin, dabei bietet die Insel viele kleine, versteckte Buchten mit schwarzen Lavastränden und sauberem Wasser. Die Wassertemperatur beträgt 23 Grad im Sommer und 18 Grad im Winter. Große Badestrände sucht man allerdings vergebens, dafür hat man oft eine kleine, einsame Bucht ganz für sich allein. In Puerto Naos gibt es auch einen ausgewiesenen FKK Strand, der im Winter jedoch nur mit Vorsicht zu benutzen ist.

Die Strände im Süden der Insel sind im Allgemeinen zum Baden eher geeignet, als die Strände im Norden, weil es im Süden weniger Gefahren durch Strömungen gibt. Vor allem im Winter kann das Meer auch sehr lebhaft sein. Dann haben die Wellen auch oft die kleinen Lavasandstrände weggespült. Sehr beliebt sind auch die Meeresschwimmbecken bei Los Sauces und Barlovento die sicheren Badegenuss versprechen.

Die Playa los Nogales gilt im Sommer als Geheimtipp für Surftouristen. Insider schwärmen von „Wellen wie auf Hawai“. Ein zweiter Surfspot, der der Playa Nueva kurz vor Puerto Naos wird vor allem im Winter gerne besucht. Aber auch kulturell hat La Palma einiges zu bieten. In dem archäologischen Park Belmaco bei der Ortschaft Mazo können sie näheres zu den Guanchen, den Ureinwohnern der Insel und ihrer steinzeitlichen Kultur erfahren. Vor allem die 4000 Jahre alten Felsenbilder faszinieren durch ihre feinen und verschlungenen Strukturen.

In Santa Cruz gibt es mehrere Museen, z. B. das Schiffsmuseum auf der Plaza Almeada. In einem ehemaligen Franziskaner Kloster bei der Plaza de San Francisco liegt das größte Museum der Insel, in dem archäologische und ethnologische Funde ausgestellt sind. La Palma bezaubert auch durch seine Märkte, auf denen die regionalen Produkte der Bauern von La Palma angeboten werden und den religiösen Fiestas, mit ihren farbenfrohen Heiligenprozessionen auf den Straßen. Die jahrhundertealte Verbindung mit Cuba durch Handel und Emigration geben La Palma ein fast karibisches Lokalkolorit, das sich in den nächtlichen Salsa- und Merengueklängen widerspiegelt. Die vom Massentourismus noch unberührte Insel besticht somit durch ihre kontrastreiche Natur und ihrer liebenswürdigen Bevölkerung.