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Wein in Spanien

Spanien ist ein traditionsreiches altes Weinland – und ein junges zugleich. Denn jahrzehntelang kelterten spanische Winzer bis auf Ausnahmen gleichsam nur für den Hausgebrauch. Dann sorgte die Öffnung hin zu Europa auch für neuen frischen Wind in den Weinkellern des Landes.

Der Name Rioja steht für eines der bekanntesten und bedeutendsten Weinbaugebiete in Europa. Der Wein gedeiht in den Autonomieregionen La Rioja, Baskenland und Navarra. Hier am Fluss Ebro wachsen die Weinstöcke vorwiegend auf weißem Kalk- und rotgrauem Lehmboden. Mehr als 20.000 Winzer produzieren vor allem Rotwein. Angebaut wird überwiegend die rote Rebsorte Tempranillo. Sie bringt einen trockenen Wein von dunkelroter Farbe und dem typischen Tempranillo-Geschmack hervor.

Ribeira de Duero heißt das vom Duero durchflossene Anbaugebiet in der Region Kastilien-Leon. Ein altes Weinbaugebiet, das vor rund 25 Jahren eine bis heute anhaltende Renaissance erlebte. Hier sind die Trauben des Tempranillo (Tinta del Pais) kleiner und die Schalen dicker. Was den Most letztlich konzentrierter macht. Dicht und wuchtig, aber zunehmend auch fruchtig und elegant sind die Rotweine aus Toro. „Toro“ heißt auf Spanisch „Stier“ und bezeichnet die gleichnamige Stadt in Höhenlage nahe der Grenze zu Portugal.

Das größtes Weinbaugebiet aber liegt im Zentrum Spaniens, in den endlos anmutenden Weiten der Region La Mancha mit ihren Windmühlen als Marken. Gegen diese ließ einst Miguel de Cervantes seinen Ritter von der traurigen Gestalt unbeirrt anrennen. Kastilien-La Mancha ist die Heimat einfacher Weißweine, die aus der Airen-Traube gewonnen werden. Geschmacklich und vom Charakter her wertvolle Weißweine kommen dagegen aus Somontano am Fuße der Pyrenäen. Der Name Cava steht für Qualitätsschaumweine aus Katalonien. Mehr als 200 Cava-Hersteller haben in der auf Kreidefelsen erbauten und von unzähligen Weinkellern untergrabenen Stadt Sant Sadurui d’Anoia bei Barcelona ihre Heimat. Darunter sind auch große Kellereien wie Freixenat oder Codorniu. Cava ist ein Synonym für trockene Schaumweine, die dennoch leicht und spritzig sind.

Wein in Spanien

Wein in Spanien @iStockphoto/Jose Ignacio Soto

Süße Likörweine sind vor allem nach dem Geschmack der Briten. Sir Francis Drake machte den Sherry 1587 in England bekannt. 1790 gründete der Schotte George Sandemans in London das gleichnamige Traditionshaus als Import für Portwein aus Portugal und Sherry aus Spanien. So machten englische Handelshäuser im 18. und 19. Jahrhundert den Wein Andalusiens in der ganzen Welt populär.

Es ist unmöglich, dem Markenzeichen Sandemans in Spanien nicht auf Schritt und Tritt zu begegnen: für den Likörwein wirbt mit Hut und langem Mantel die geheimnisvolle schwarze Schattenfigur des „Don“ auf großen und kleinen Plakaten. Sherry, der kühl getrunken werden muss, zeichnet das unverwechselbare Aroma von Mandeln und Hefe aus. Sherry, das ist Weißwein aus der Palominotraube, mit Branntwein versetzt, auf 15 bis 19,5 Prozent Alkohol angespritzt und in unverschlossenen Fässern an der frischen Luft gelagert. Das Geschmacksspektrum reicht vom sehr trockenen Fino über den Amontillado, dessen Fass Edgar Allen Poe in einer Kurzgeschichte unsterblich gemacht hat, bis hin zum schweren Süßwein.

Als Sherry dürfen nur Weine aus dem andalusischen Dreieck Jerez de la Frontera, Sanlucar de Barraneda und El Puerto de Santa Maria bezeichnet werden. Die Gegend um Jerez ist eines der ältesten Weinbaugebiete der Welt. Edle Tropfen werden dort bereits seit mehr als 3.000 Jahren gewonnen.

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