Lanzarote
Lanzarote ist die Nordöstlichste der sieben kanarischen Inseln, die eine spanische autonome
Region bilden. Die Kanaren liegen westlich der Küste Marokkos, zwischen 1.000 und 1.500 km vom spanischen Festland entfernt.
Lanzarote gehört zur Provinz Las Palmas und hat eine Fläche von rund 846 qkm. In sieben Gemeinden leben über 127.000 Menschen, fast die Hälfte davon in der
Hauptstadt Arrecife. Nur 11 Kilometer südlich liegt die Nachbarinsel Fuerteventura. Im Norden, einen Kilometer vor der Küste, bilden die Inseln des Chiniro
Archipels einen Naturpark, in dem nur die kleine Insel La Graziosa bewohnt ist.
Die Geschichte der Besiedlung Lanzarote reicht zurück bis in die Zeit der Römer und Phönizier, wie archäölogische Funde aus dem 1. Jahrhundert v. Chr.
belegen.
Trotzdem lebten die Guanchen, die Ureinwohner der Kanaren, relativ unbehelligt von den europäischen Völkern. Um 999 v. Chr taucht Lanzarote in alten
Schriften der Araber auf, in der Bezeichnung " glückliche Insel".
Im Jahr 1336 brach der Genueser Kaufmann Lancelotto Mancello mit einer portugiesichen Flotte zu einer Expedition auf und ließ sich für 20 Jahre auf
Lanzarote nieder, um friedlich mit den Ureinwohnern zusammen zu leben. Er baute ein kleines Fort auf dem Hügel Montana de Guanapay, nahe der heutigen Stadt
Teguise.
Um 1404 wurde die Insel vom Königreich Spanien unterworfen und ein großer Teil der Bevölkerung versklavt.
In den folgenden Jahrhunderten wurde Lanzarote immer wieder von Piraten überfallen, die Menschen von der Insel verschleppten, um sie auf den afrikanischen
Sklavenmärkten zu verkaufen.
Hinzu kamen Naturkatastrophen, wie Dürren oder Vulkanausbrüche, die viele Bewohner veranlassten, nach Gran Canaria oder Amerika auszuwandern. Der letzte
große Vulkanausbruch fand im Jahr 1824 statt.
Die karge Landschaft Lanzarotes ist geprägt von hügeligen Gebieten und felsiger Küste. Von der 213 km langen Küstenlinie sind nur rund 30 km Sandstrände.
Die Sandwüste El Jable trennt das Famara- Gebirgsmassiv im Norden von dem Timanfaya -Nationalpark, in dem die Montanas del Fuego, die Feuerberge, aufragen.
Die höchste Erhebung der Insel ist der Penas del Cache mit 671 m. Im Süden liegt der Los Ajaches, mit 608 m der zweithöchste Berg Lanzarotes. Wie grüne
Oasen in der vegationsarmen Insellandschaft wirken das Tal der 1.000 Palmen bei Haria und das über 2.000 ha große Weinanbaugebiet La Geria, nahe des Ortes
Masdache.
Die Vegetation, die hauptsächlich aus Sukkulenten, Flechten und einigen Nadel-und Palmenarten besteht, hat sich dem trockenen Klima angepasst. Niederschlag
fällt meist in den Monaten März bis April. Frische, ständig wehende Nord/ Nordostwinde kühlen die heiße Saharawinde ab, so dass die Temperaturen ganzjährig
mild sind und im Durchschnitt bei 22 Grad Celsius liegen.
Lanzarote ist per Direktflug oder Fähre erreichbar. Sowohl der Flug- als auch Fährhafen liegen im Süden der Insel und gehören zum Stadtgebiet Arrecifes. Die
moderne Inselhauptstadt hat viele schöne Gassen und Plätze, wie die Promenade. Im Castillo de San Gabriel von 1590 ist das Museum für Archäologie
untergebracht. Die Zugbrücke zur Festung ist ein Wahrzeichen der Stadt. Am Plaza des Las Palmas steht die kleine Kirche Iglesias de San Gines mit ihrerer
außergewöhnlichen Holzarchitektur im Innenschiff.
Außer der einzigartigen Landschaft stellen die größten Sehenswürdigkeiten der Insel Orte und Bauten dar, die von dem einheimischen Künstler Cesar Manrique
geschaffen wurden, wie der Kakteengarten oder Mirador del Rio, ein Aussichtspunkt im Norden. Sein größtes Bauwerk, Jamelos del Agua, liegt 300 m vom Meer
entfernt im Lavafeld Volcan de la Corono und ist ein Teil eines zusammenhängenden Höhlensystems, zu dem auch die berühmte Lavahöhle Cueva des los Verdes
gehört, die seit 1964 für Besucher geöffnet ist. In den Höhlen befinden sich ein unterirdischer See, in dem seltene Albino-Tiefseekrebse leben und ein
großer Konzertsaal mit atemberaubender Akustik. Über eine Treppe kann man in den Außenbereich mit einem weißen Schwimmbecken und einem geologischen Museum
gelangen. Jamelos del Agua wird seit 2001 aufwändig saniert und soll im Sommer 2007 wieder eröffnet werden.
Weitere Ausflüge sollten in die ehemalige Hauptstadt Teguise in den Bergen führen, zum El Golfo Krater mit seiner grünen Lagune, den Feuerbergen und zu den
Papagayo Stränden im Süden, nahe des Touristenzentrums Playa Blanca.
Im Osten der Insel befinden sich die Ferienzentren Puerto del Carmen und Costa Teguise. Durch eine gute Infrastruktur sind alle Orte und Sehenswürdigkeiten
der Insel schnell erreichbar.
