Ingenio
Die Kleinstadt Ingenio liegt im Osten von Gran Canaria und ist gleichzeitig eine der 21 Gemeindebezirke der Insel. Ebenso wie der Nachbarort Agüimes wurde in Ingenio schon vor Jahrhunderten Zuckerrohr angebaut, was der Stadt einen frühen Wohlstand bescherte. Ingenio bedeutet auf deutsch "Zuckerrohrmühle".
Dieser Wohlstand ist auch heute noch an den schönen, restaurierten Stadthäusern mit ihren Fassaden in altkanarischem Stil, zu sehen.
Sehr auffällig sind auch die sehr schmalen Gassen sowie die Häuser mit den verzierten Holzbalkonen. Wer mit dem Auto nach Ingenio kommt, sollte den Wagen besser auf einem Parkplatz abstellen und die Strassen zu Fuß erkunden.
Das Zentrum der Kleinstadt wird durch den Kirchplatz Plaza de la Candelaria gebildet. Hier wurde die Kirche Virgen de la Candelaria im Jahre 1901 auf den Resten einer Kapelle aus dem sechzehnten Jahrhundert neu errichtet. Auf dem Kirchplatz sind einige kunstvolle Fliesenbilder sowie Wasserspiele zu sehen. Vom Kirchplatz aus gelangt man in die Altstadt von Ingenio, von der große Teile unter Denkmalschutz gestellt wurden. Hier befinden sich einige kleine Museen, in denen sich Besucher über die Geschichte des Ortes informieren können. Ingenio ist auf der ganzen Insel für seine Handwerkskunst bekannt. An oberster Stelle steht die Lochstickerei, die Calados genannt werden. Die Stickereiarbeiten werden in verschiedenen Läden, aber auch im Stein- und Handwerksmuseum angeboten. Im Museum "Museo de Piedra y Artesania" sind neben verschiedenen Steinen und Mineralien auch Keramikarbeiten, landwirtschaftliche Werkzeuge sowie Korbwaren zu besichtigen. In der angrenzenden Stickereischule können Besucher den Stickerinnen bei ihrer handwerklichen Arbeit zuschauen. Im Vergleich zu den üblichen kitschigen Touristen-Souvenirs haben die handgefertigten Decken sicherlich ihren Preis. Wenn man jedoch den Aufwand bedenkt, der für eine Arbeit nötig ist, sind die hohen Preise verständlich. Ohne eine staatliche Bezuschussung wäre dieses Kunsthandwerk heute wohl nicht mehr finanzierbar.