Die Mallorquiner
Die Mallorquiner scheinen ein Volk zu sein, welches werde Neid noch Missgunst zu kennen scheint. Dies ist eine herrliche Vorstellung und so manch einer fragt sich, wie die Inselbewohner dies wohl schaffen. Eigentlich ist es ganz einfach - hier wird nicht über Dinge gesprochen die man besitzt oder nicht besitzt. Kein Mallorquiner möchte auffallen. Dabei geben sich gut situierte Familien recht einfach und einfache Familien versuchen ein bisschen mehr her zu machen. Man kann kaum das eine vom anderen unterscheiden. Es ist schier unmöglich dies den Menschen hier anzusehen. Was die Einrichtung der Wohnung angeht sind die Inselbewohner nicht anspruchsvoll. Man kauft sich eine Einrichtung einmal im Leben, das muss reichen. Hier findet man das Gegenteil zu unserer Wegwerfgesellschaft, in der die Möbel oft schon nach wenigen Jahren ersetzt werden, weil sie nicht mehr dem persönlichen Geschmack entsprechen.
Statussymbole, wie große Autos, luxuriöse Villen und ähnliches werden hier nicht öffentlich zur Schau gestellt. Selbst Firmeninhaber, Vorstandsvorsitzende und gehobene Angestellte fahren nicht in Luxuskarossen. Wird wirklich mal ein protziges Auto mit dem heimischen Nummernschild gesichtet, kann man fast sicher sein, dass es einem ausländischen Einwanderer gehört, der partout nicht auf das Statussymbol verzichten konnte.
Die Inselbewohner sind sehr kommunikativ, aber Geklatsche und Getratsche, wie bei uns üblich spielt hier einfach keine Rolle. Das Hauptthema ist hier Fußball dicht gefolgt von anderen alltäglichen Themen, wie "Frauen" und das Wetter. Sollte doch jemand zu freizügig plaudern, wird er sofort darauf aufmerksam gemacht. Das Gegenüber nimmt dazu einfach Daumen und Zeigefinger der Hände und presst sie zusammen, legt sie auf die Lippen und zieht sie dann über die Mundwinkel. Dies ist eine Geste die auf jeden Fall verstanden wird.
